Montag, 20. März 2017

Rückbildung im Wochenbett oder auch "Großhirn an Bauchmuskeln: Anspannen!"

Nach der Geburt fühlte sich mein Körper an wie ein loses Puzzle, das jemand achtlos in eine Schachtel geworfen hatte. Alle Teile waren da, aber sie schienen nicht mehr zusammen zu gehören. Als ich aus dem Kreißbett aufgestanden und die paar Schritte zur Dusche gelaufen bin, musste ich mich richtig konzentrieren, damit ich koordiniert einen Fuß vor den anderen setzte. Plötzlich kam mir folgender Satz in den Sinn: "Wir befinden uns nun im Körper von Herrn Soost." Ich hätte mich schier geschmissen, konnte mich aber gerade noch so beherrschen. Meine geburtsbegleitende Hebamme hat sicher schon einiges erlebt, aber hysterische Lachanfälle beim Nachspielen von Otto-Walkes-Sketchen? Ich wage das zu bezweifeln. Also habe ich nur doof gegrinst, den Satz "Großhirn an Faust: Ballen!" unterdrückt und mich anschließend unter der Dusche kaputtgelacht. Glücklicherweise hat sich mein Körper aber schnell wieder an den Bauplan erinnert. Nur ein Puzzleteil musste ich mühsam suchen: Meine Bauchmuskeln. Oder besser gesagt das, was nach der Schwangerschaft noch davon übrig war...

Nach der Geburt fühlte sich mein Körper wie ein loses Puzzle an, das ich langsam zusammensetzen musste.

Eine Woche nach der Geburt war in den Augen meiner Hebamme meine Schonfrist um. Wir begannen mit einer ganz leichten Rückbildungsgymnastik. Großhirn an Bauchmuskeln: Anspannen! Ich habe doch tatsächlich zwei oder drei Anläufe gebraucht, bis das endlich geklappt hatte. Nachdem ich also die erste Hürde erfolgreich genommen hatte, empfahl mir meine Hebamme die folgenden Übungen für die Rückbildung im Frühwochenbett:

1. Übung: Bauchnabel zur Wirbelsäule

  • Im Bett auf den Rücken legen, Beine anwinkeln und Füße flach aufstellen.
  • Hände auf den Bauch legen.
  • Ein langes "schhhhh" ausatmen und dabei den Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen.
  • Einatmen und dabei entspannen (sprich: der Bauch pfloppt wieder raus). 
  • Die Übung eine Minute lang machen. 
Anschließend auf beiden Seiten liegend (links und rechts) und im Vierfüßlerstand wiederholen. Die Übung dreimal pro Tag durchführen. Nach ein bis zwei Wochen sollte ich bei der Übung den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem ich beim "schhhhh-Ausatmen" auf dem Rücken liegend zusätzlich die Fersen in den Boden drückte.

2. Übung Becken kippen

  • Im Bett auf den Rücken legen, Beine anwinkeln, Füße flach aufstellen.
  • Mit dem Ausatmen Becken Richtung Bauchnabel kippen, der untere Rücken presst sich in die Unterlage.
  • Mit dem Einatmen Becken Richtung Füße kippen, der untere Rücken hebt sich leicht von der Unterlage.
  • Die Übung eine Minute lang in einer fließenden Bewegung wiederholen.
  • Jeden Tag durchführen.

Ich hoffe, meine Hebamme liest das jetzt nicht, aber ich habe es nie geschafft, die Übung 1 dreimal pro Tag zu machen. Auch auf Übung 2 hatte ich nicht jeden Tag Lust. Aber ich habe mir keinen Stress gemacht und einfach das gemacht, was ich konnte. Die Übungen sollen schließlich nicht nur die Durchblutung und den Kreißlauf anregen und den Körper langsam und schonend wieder in Schwung bringen, sondern auch eine kleine Entspannung in der intensiven ersten Zeit mit Baby sein. Wenn ich das Gefühl hatte, die Rückbildung kostet mich jetzt nur Kraft und gibt mir nichts, dann habe ich einfach noch eine Runde mit meinem klitzekleinen Mann gekuschelt und die Übungen auf morgen verschoben. Bloß keinen Stress im Frühwochenbett!

Liebe Grüße
Antonie


Ich bin weder Ärztin, noch Hebamme, noch Physiotherapeutin und beschreibe hier nur meine eigenen Erfahrungen. Die Rückbildung in der Art, wie ich sie durchgeführt habe, ist nicht zwangsläufig für jeden geeignet. Besprich daher den Start für deine Rückbildung und die Übungen immer mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

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