Freitag, 4. November 2016

Rückbildungskurs - ja oder nein?

Endlich hat sich alles wieder etwas eingespielt. Wir haben einen einigermaßen geregelten Tagesablauf und ich bekomme schlafen, spielen, stillen, kochen, Spazierengehen und was man Mama mit zwei Kindern eben noch so alles macht ganz gut unter einen Hut. Das Stillen ist wieder zur Routine geworden und wenn der Mann abends heimkommt, sieht es (meistens) gar nicht so unordentlich aus ;-). Die Stillabstände werden immer größer, die Nächte ein bisschen länger, diese intensive erste Zeit mit Baby etwas entspannter. Und jetzt muss ich zur Rückbildungsgymnastik, raus aus meiner Routine und schon gehen die Überlegungen los. Soll ich den klitzekleinen Mann zum Kurs mitnehmen, auf die Gefahr hin, dass ich nicht richtig mitmachen kann, weil er die ganze Zeit unterhalten und gestillt werden will? Ich könnte auch meinen Mann mit beiden Kindern allein lassen, einfach mal die babyfreie Zeit genießen und mir (hoffentlich) nicht allzu viele Gedanken machen. Er wird schon zurechtkommen und zur Not ist ein kleiner Vorrat an Muttermilch in der Gefriertruhe. Allerdings hat der klitzekleine Mann bisher noch nie die Flasche bekommen und mein Kurs ist nicht gerade um die Ecke. Vielleicht wäre es doch das Beste, wenn ich einfach zuhause ein paar Übungen mache...

Rückbildungskurs - ja oder nein?

In meinem Fall ist das wahrscheinlich nicht die beste Idee. Wenn ich versuchen würde, die Rückbildungsgymnastik alleine zuhause zu machen, würde das so laufen: Ich würde mir eine gute halbe Stunde - oder auch länger ;-) - aus dem Internet oder aus Büchern irgendwelche Übungen raussuchen und mir einen wunderschönen Plan machen. Und dann wäre plötzlich der Tag rum. Und noch ein Tag rum, eine Woche, ein Monat... Mein Schweinehund heißt übrigens Bertram ;-).  Da ich mich kenne, habe ich mich also direkt nach der Geburt bei meiner betreuenden Hebamme zum Rückbildungskurs angemeldet. Den mache ich genau mit derselben Truppe Mädels mache wie schon den Geburtsvorbereitungskurs.

Das bringt dir die Rückbildungsgymnastik

Rückbildungsgymnastik ist keine Pflicht, aber trotzdem sehr sinnvoll.
  • Sie kann einer Urin- oder Stuhlkontinenz vorbeugen bzw. diese beheben.
  • Sie hilft dabei, die Gelenke zu stabilisieren, um beispielsweise einer Körperasymmetrie vorzubeugen.
  • Sie dient dazu, die Sehnen und Bänder zu stärken.
  • Sie stabilisiert den Beckenboden und schützt vor einer Organsenkung (Prolaps).
  • Sie kann bei der Gewichtsabnahme helfen und die Haut straffen.
  • Sie soll Stresshormone abbauen, Wassereinlagerungen entfernen und sogar bei postnataler Depression helfen.

Als ich etwa eine Woche nach der Geburt mit sanfter Rückbildungsgymnastik im Frühwochenbett gestartet habe, hatte ich zwischen meinen Bauchmuskeln eine Lücke von etwa zwei Zentimetern. Nach dem Wochenbett, circa acht Wochen nach der Geburt, hatte sich meine Rektusdiastase auf etwa einen Fingerbreit verringert. Jetzt, etwa 16 Wochen nach der Geburt, hat sich schon wieder fast zurückgebildet. Ich habe nur noch eine kleine offene "Raute" um den Bauchnabel. Muss das also wirklich sein mit der Rückbildungsgymnastik? Inkontinent war und bin ich auch nicht und darauf bin ich auch etwas stolz nach zwei Saugglockengeburten - ein Hoch auf meinen Beckenboden! Eigentlich könnte ich mir den Rückbildungskurs doch sparen, meldet sich mein kleiner Bertram ganz fies zu Wort. Aber den ignoriere ich, denn mit eventuellen Spätfolgen wie beispielsweise Inkontinenz möchte ich eher nicht leben. Der einzige Nachteil, den die Rückbildungsübungen haben, ist, dass sie Zeit in Anspruch nehmen. Aber die investiere ich gerne, denn: "Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." Da gebe ich Sebastian Kneipp absolut recht :-).

Rückbildungskurs mit oder ohne Baby?

Bei meinem jetzigen Kurs ist es so, dass wir die Babys mitbringen dürfen, aber nicht müssen. Unsere Hebamme hat uns geraten, sie zuhause zu lassen, wenn es geht. Das hat einen einfachen Grund: Ohne Baby können wir uns viel besser auf den Kurs und die Übungen konzentrieren. Ich persönlich sehe das auch so, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich den klitzekleinen Mann auch einfach spontan mitbringen könnte. Bei meinem Rückbildungskurs will ich mal ohne Baby unterwegs sein - und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Ich genieße manchmal eine kleine Pause und ein bisschen Abstand, einfach ein bisschen Zeit für mich. Aber natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden: Für manche Mamas ist ein Rückbildungskurs im Wasser oder ein Rückbildungskurs mit Baby genau das Richtige. Und es mag auch welche geben, die ihre Rückbildungsgymnastik prima in ihren Alltag integrieren und trotz schlafloser Nächte und anstrengenden Tagen eine Wahnsinnsdisziplin aufbringen und ihre Übungen alleine durchzuführen. Ich bewundere diese Mamas wirklich sehr! Ich persönlich brauche aber einen Anstoß und kann mich in einer Gruppe an einem festen Termin in der Woche sehr viel besser motivieren. Außerdem ist es schön, einfach mal rauszukommen und mein Mann rockt daheim die Bude mit den zwei kleinen Männern. Da bin ich mir ganz sicher!

Ich bin also, wie ihr sicher unschwer festgestellt habt, Pro-Rückbildungskurs und bin gerade mittendrin. Habt ihr einen Rückbildungskurs gemacht? Vielleicht einen im Wasser oder in einem Yoga-Studio? Und was würdet ihr sagen ist besser: mit oder ohne Baby?

Liebe Grüße
Antonie


Ich bin weder Ärztin, noch Hebamme, noch Physiotherapeutin und beschreibe hier nur meine eigenen Erfahrungen. Die Rückbildung in der Art, wie ich sie durchgeführt habe, ist nicht zwangsläufig für jeden geeignet. Besprich daher den Start für deine Rückbildung vorsichtshalber immer mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.
Besprechen Sie den Start vorsichtshalber mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Die Kurse werden in der Regel von der Krankenkasse erstattet.

Besprechen Sie den Start vorsichtshalber mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Die Kurse werden in der Regel von der Krankenkasse erstattet.

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