Sonntag, 12. Juni 2016

8 Hilfsmittel, die die Geburt erleichtern können

Heute Nacht habe ich geträumt, dass das Baby einfach rausgefallen ist - dass der Kreissaal der Hausflur meiner Eltern war, darüber sehe ich jetzt mal ganz großzügig hinweg ;-). Das Baby hat sowieso die Erlaubnis zu kommen, wo es möchte: im Auto, im Fahrstuhl, an der Pforte - Hauptsache unkompliziert (mein Mann ist begeistert, vor allem bei dieser Auto-Sache...). Ich wünsche mir so sehr eine leichte Geburt und nach dem letzten Mal hätte ich das auch wirklich verdient. Ich weiß aber auch, dass ich viele Dinge während der Geburt einfach nicht ändern werden kann. In dieser absoluten Ausnahmesituation ist gar nichts vorhersehbar, daher habe ich auch keinen Geburtsplan. Große Ansprüche habe ich nicht an die Geburt: Ich wünsche mir eigentlich nur, dass diesmal ein Kreissaal frei ist und eine Hebamme Zeit hat. Das wäre schon eine 100%ige Verbesserung zum letzten Mal...

Es gibt einige Möglichkeiten und Hilfsmittel, die dir die Geburt erleichtern können.

Aber du musst auch nicht alles dem Zufall überlassen! Gerade für Erstgebärende gibt es einige Mittel und Möglichkeiten, die die Geburt erleichtern können. Die Betonung liegt auf "können", eine Garantie für eine "Hatschi-Peng-Baby-raus-Spaziergang-Geburt" sind sie natürlich nicht. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich alle der folgenden Hilfsmittel ausprobiert (außer Homöopathie) und hatte trotzdem eine schwere Geburt. Aber wer weiß? Wenn ich mich nicht "vorbereitet" hätte, wäre es dann vielleicht ein Kaiserschnitt geworden? Und von den körperlichen Auswirkungen mal ganz abgesehen, bereitest du dich dadurch auch mental auf die Geburt vor. Und das tut wiederum deiner Seele gut und gibt dir Sicherheit. Besprich auf jeden Fall alle Maßnahmen mit deinem Arzt und/oder deiner Hebamme, bevor du sie ausprobierst. Sie können dich beraten, ob das jeweilige Hilfsmittel für dich sinnvoll ist.

1. Leinsamen

Leinsamen regen bekanntlich die Verdauung an und helfen bei Verstopfung. Was ich vor meinem ersten Geburtsvorbereitungskurs nicht wusste: Eine gute Darmtätigkeit stimuliert auch gleichzeitig die Gebärmutter. Leinsamen können also die Wehentätigkeit fördern und dabei helfen, die Geburt schneller einzuleiten. Zudem sollen sie die Schleimproduktion der Scheide anregen und so die Austreibungsphase erleichtern und verkürzen. Oft liest oder hört man, dass sie nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche "eingenommen" werden sollten. Ich denke, man darf sich von solchen Aussagen nicht verrückt machen lassen. Ich esse Leinsamen fast jeden Morgen in meinem Müsli und habe wenig Angst davor, dass sie die Geburt des klitzekleinen Mannes einleiten könnten, wenn der noch nicht bereit ist zu kommen. Empfohlen werden 1-2 EL pro Tag mit reichlich Flüssigkeit, deine Hebamme wird dir auch hier bei Dosis und Zeitpunkt weiterhelfen. Aber Achtung: Trinkst du zu wenig, kann der Schuss nach hinten losgehen. Dann entziehen die Leinsamen dem Darminhalt Wasser, der Stuhl wird hart und Verstopfung ist quasi vorprogrammiert. Am besten verputzt du die Leinsamen geschrotet, dann versorgst du deinen Körper gleichzeitig noch mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Der Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache... Entweder kannst du versuchen, ihn z. B. in deinen Overnight Oats zu "kaschieren" oder die rührst sie in eine kleine Portion Joghurt, die du gleich am Anfang deiner Mahlzeit verputzt und "neutralisierst" den Geschmack anschließend mit deinem Essen.

2. Himbeerblättertee

Himbeerblättertee wird von Hebammen oft zur Dammrissprophylaxe empfohlen. Er soll die Beckenmuskulator lockern, den Muttermund weich machen und die Eröffnungsphase der Geburt verkürzen. Er zudem regt die Darmtätigkeit an und wirkt dadurch wehenfördernd. Zudem ist er reich an Vitamin C, Calcium und Eisen. Zum Zeitpunkt, ab wann Himbeerblättertee getrunken werden sollte, findet man verschiedene Angaben. Meistens ist die Empfehlung ab der 36. oder 38. Woche etwa 1-2 Tassen pro Tag, auf keinen Fall sollte man ihn aber vor der 34. Woche trinken. Deine Hebamme wird dir den für dich richtigen Zeitpunkt nennen können.

3. Dammmassage

Der Damm ist das Gewebe zwischen Scheide und After, das während der Geburt starken Druck- und Dehnungskräften ausgesetzt ist. Dadurch kann es natürlicherweise reißen. Um einem Dammriss vorzubeugen, kannst du etwa ab der 34. Schwangerschaftswoche 3-4 Mal pro Woche eine Dammmassage durchführen. Aber auch wenn du später anfängst, hilft dir wohl jedes einzelne Mal, das Gewebe vorzubereiten: Der Damm wird weicher, dehnungsfähiger und deutlich besser durchblutet. Eine Garantie, dass der Damm nicht reißt, hast du aber dadurch leider nicht. Wenn du vorzeitige Wehen hast, sehr infektanfällig bist oder von einer vorangegangenen Geburt Narben, Knötchen oder verhärtete Stellen hast, ist die Dammmassage möglicherweise nichts für dich. Kläre das bitte individuell mit deinem Arzt oder deine Hebamme bevor du beginnst.

Kurze Fingernägel und saubere Hände sind selbstverständlich Voraussetzung, ebenso wie eine entspannte und bequeme Position. Das kann z. B. im Sitzen sein oder du stellst einen Fuß auf einen Stuhl oder den Badewannenrand. Oder du bittest gleich deinen Partner darum und lehnst dich einfach entspannt zurück. Du kannst ein Dammmassageöl deiner Wahl nehmen, Weizenkeimöl, Mandelöl, Jojobaöl oder Gleitgel tun es aber genauso. Das folgende Video zeigt finde ich ganz anschaulich, wie die Dammmassage funktioniert. Eine gute Anleitung findest du aber auch hier oder hier.



4. Heublumensitzdampfbad

Ab der 38. Woche empfehlen viele Hebammen als geburtsvorbereitende Maßnahme einmal pro Woche ein Sitzbad mit Heublumen, um den Backenboden zu lockern und das Gewebe schön weich zu machen. Ab dem Geburtstermin kannst du es auch gerne täglich durchführen. Wenn du die Zeit und die Muße hast, kannst du sogar noch ein Heublumendampfbad machen, wenn die Wehen einsetzen. Es ist besonders für Erstgebärende geeignet, lohnt sich aber wohl auch für Mehrfachmamas, bei denen bei der vorherigen Geburt der Damm gerissen ist oder ein Dammschnitt erforderlich war. Für ein Heublumensitzbad überbrühst du in einem Topf ein paar Esslöffel bzw. eine Handvoll Heublumen, stellst ihn in z. B. in die Toilette oder in ein Bidet (die wenigsten Schwangeren werden wahrscheinlich ein Gebärhocker daheim haben, der würde sich auch anbieten) und lässt ihn kurz ein bisschen abkühlen. Dann setzt du dich ca. 10 min darüber und lässt die Dämpfe ihren Dienst tun. Achte darauf dich nicht zu verbrühen!

5. Akkupunktur

Gezielte Akupunktur im letzten Schwangerschaftsdrittel soll den Muttermund weicher machen und dadurch die Geburt erleichtern. Dadurch öffnet er sich unter den Wehen schneller und soll die Eröffnungsphase der Geburt um einiges verkürzen. Dafür werden dir Nadeln in bestimmte Punkte der Zehen und in die Füße und Beine gesteckt. Mich hat das kurz gepiekt, dann aber nicht mehr weh getan - allerdings empfinden auch einige Frauen die gesamte Akupunktur als unangenehm (sie sind aber wohl die Ausnahme). Üblicherweise beginnst du mit der Behandlung in der 37. Woche und hast ca. 4-6 Sitzungen von etwa 30-45 min. Zudem sollen weniger Komplikationen auftreten (z. B. Nachblutungen) und sich die Plazenta leichter lösen. Ich habe aber auch schon gehört, dass Akupunktur während der Schwangerschaft auch zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit oder Rückenschmerzen eingesetzt wird. Deine Hebamme ist für Fragen zur Akupunktur die richtige Ansprechpartnerin. 

6. Homöopathie

Auch homöopathische Mittel, wie z. B. Globuli oder Bachblüten, können dir die Geburt erleichtern. Hier scheiden sich aber die Geister. Viele schwören darauf, aber ich habe schon auch Sätze gehört wie: "Da wollte mir die Hebamme während der Geburt mit Globuli kommen. So ein Quatsch!" Wenn du Homöopathie für Unsinn hältst, dann wird sie dir auch nicht helfen. Für alle anderen lohnt sich Ausprobieren. Ich weder ein Experte in Sachen Homöopathie noch kenne ich deinen Hintergrund - also lasse dich am besten von deiner Hebamme individuell beraten, welche Mittel in welcher Dosierung oder Potenz für dich geeignet sind.

7. Geburtsvorbereitungskurs

Kein Kurs der Welt kann dich auf die Ausnahmesituation Geburt vorbereiten, ganz klar. Trotzdem hilft es oft, einfach über Situationen zu sprechen, die dich einschüchtern oder dir Angst machen. Jeder Kursabend steht unter einem Thema, das ausführlich besprochen wird. Du kannst Fragen stellen, deine Sorgen und Ängste mit den anderen werdenden Mamas teilen (oder auch nicht, wenn du nicht möchtest) und falls schon Mamas in deinem Kurs sind, von ihren Erfahrungen profitieren. Der Geburtsvorbereitungskurs kann dir helfen, der Geburt gelassener und weniger ängstlich entgegenzusehen. Ich besuche auch in meiner zweiten Schwangerschaft einen Geburtsvorbereitungskurs, u.a. weil ich das Gefühl habe, bevor ich mich einer zweiten Geburt stellen kann, muss ich erst noch die erste aufarbeiten. Dass der Kurs mir außerdem ermöglicht, mit meinem Baby ganz intensiv in Verbindung zu treten und ich auch noch andere nette Mamas aus der Umgebung kennenlerne, ist ein zusätzlicher Bonus ;-).

8. Entspannungstechniken

In meiner ersten Schwangerschaft war mir schon ziemlich mulmig vor der Geburt. Aber seit Urzeiten bekommen Frauen Kinder, da werde ich das doch auch hinbekommen, oder?! Die Geburt des kleinen Mannes lief leider alles andere als optimal und ich bin froh, dass wir so glimpflich davongekommen sind. Daher ist mir jetzt vor der zweiten Geburt nicht nur mulmig, sondern ich habe ehrlich gesagt ganz schön Schiss. Obwohl der Termin schon in drei Wochen ist, würde ich gerne verdrängen, dass das Baby auch tatsächlich aus dem Bauch rauskommen muss. Für einen Rückzieher ist es allerdings zu spät und panisch will ich auch nicht in die Geburt gehen, da Angst den Geburtsablauf behindert. Ob Yoga, Meditation, autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Selbsthypnose - es gibt zahlreiche Möglichkeiten der "aktiven" Entspannung. Welche Technik du wählst, ist Typfrage und hängt natürlich auch von dem Angebot in deiner Umgebung ab.

Wie ich mich auf meine zweite Geburt vorbereite

Ich hoffe, dass meine zweite Geburt schon deswegen um einiges leichter wird, da sich ja schon mal ein kleiner Mensch den Weg gebahnt hat. Meine Hebamme meinte auch, dass man es beim zweiten Mal nicht mit den Hilfsmitteln übertreiben muss und ich stimme ihr da voll zu. Seit der 36. Woche trinke ich fast jeden Tag eine Tasse Himbeerblättertee und Leinsamen esse ich sowieso fast jeden Morgen in meinem Müsli - momentan allerdings bevorzugt in der geschroteten Variante. Seit heute bin ich in der 38. Woche, kann mit den Heublumendampfbädern anfangen und auch die eine oder andere Dammmassage werde ich mir noch von meinem Mann verpassen lassen. Auch der Geburtsvorbereitungskurs 2.0 neigt sich so langsam dem Ende zu. Aber wie gesagt: Kein Stress!

Ich lege dieses Mal sehr viel mehr Wert auf die mentale Vorbereitung, um besser mit den Schmerzen umgehen zu können. Ich hoffe, dass mir Yoga und Meditation dabei helfen werden, den Angst-Spannungs-Schmerz-Zyklus zu durchbrechen. Beim letzten Mal hatte ich keine PDA (ich wollte eine, aber keiner der Ärzte hatte Zeit und dann war es zu spät) und ich bekam in der Austreibungsphase, als ich bereits Presswehen hatte, ein starkes Schmerzmittel. Die Begründung war, dass ich mich kurz ausruhen kann, bis der Kreissaal frei wird. Leider hatte ich dann gar keine Wehen mehr und einen Geburtsstillstand, sodass sie einleiten mussten. Ich bin überzeugt, wenn nicht mit Schmerzmitteln in die Geburt eingegriffen worden wäre, wären mir der Geburtsstillstand, die unglaublichen Schmerzen nach dem Wehenförderer und möglicherweise sogar die Saugglocke erspart geblieben. Daher will ich es jetzt erst einmal ohne Schmerzmittel und PDA versuchen. Meine Cousine stellt mir gerade ein paar homöopathische Hilfsmittel zusammen, die ich zur Unterstützung nehmen kann. Außerdem will ich noch die Selbsthypnose ausprobieren. Optimalerweise startet man damit circa drei Monate vor der Geburt, aber ich denke besser spät als nie und schaden kann es sicher nicht!

Ich habe mich so gut es geht vorbereitet und versuche jetzt einfach der ganzen Sache möglichst gelassen entgegen zu treten. Meine Hebamme sagte, dass das Wissen, was auf einen zukommt, in der Situation Geburt nur von Vorteil sei. Wir werden sehen ;-). Welche Mittel hast du genutzt, um die auch die Geburt vorzubereiten? Was hat deiner Meinung nach deine Geburt erleichtert? Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen in den Kommentaren mit mir teilst. 

Liebe Grüße
Antonie
 

1 Kommentar:

  1. Hallo,

    ich habe die Hebammensprechstunde von Ingeborg Stadelmann gelesen und dann auch die schönen Tipps befolgt und zusätzlich geburtsvorbereitende Akupunktur gemacht. Meine Eröffnungsphase war sehr schnell geschafft und nach dem Einsetzen der ersten Wehen war mein Babylein in schnellen 2 Stunden :-O auf der Welt. Ich weiß nicht, inwiefern die gute Vorbereitung da wirklich solche Wunder vollbracht hat, aber ich kann es mir nciht anders erklären, da ja doch viele viele Frauen länger brauchen. Ein paar meiner Erfahrungen versuche ich auch anderen Frauen in meinem Blog weiterzugeben. Die Leinsamen waren sogar auch schon einmal Thema bei mir: http://www.mein-baby-und-ich.de/leinsamen-geburtsvorbereitung/ Ich denke man kann nicht’s verkehrt machen, wenn man es einfach ausprobiert.

    Viele Grüße,

    Adelina

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...