Freitag, 29. April 2016

Was hilft gegen Pickel und Unreinheiten in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Es soll sie ja tatsächlich geben. Diese Frauen, die in der Schwangerschaft die Haut eines frischen, samtigen, strahlenden Pfirsichs bekommen. Meine Haut hat zu Beginn meiner Schwangerschaft leider weniger gestrahlt, als vielmehr geblüht. Plötzlich war ich mit über 30 wieder in der Pubertät angekommen. Bei meiner ersten Schwangerschaft war das ganz genauso, nur damals habe ich den Fehler gemacht, mein Gesicht mit Make-up und Puder zuzuspachteln, sodass mir die Unreinheiten bis weit in die Stillzeit erhalten geblieben sind und nur ganz langsam wieder verschwanden. Leider hatte das auch zur Folge, dass ich mich mit dem kleinen Mann kurz nach der Geburt nur sehr ungern (ungeschminkt) habe fotografieren lassen. Und da ich die meiste Zeit ungeschminkt war, gibt es nur ganz wenige Bilder von uns beiden zusammen in den ersten Monaten. Ich bedauere das im Nachhinein sehr und hatte mir schon vor Beginn meiner jetzigen Schwangerschaft vorgenommen, die Unreinheiten und Pickel nicht einfach nur zu kaschieren, sondern gezielt zu bekämpfen.

Pfirsichhaut in der Schwangerschaft? Dafür kann man etwas tun!

Eine perfekte Haut hatte ich noch nie, aber ich war doch die letzten Jahre ziemlich zufrieden und habe mich auch ohne Make-up, getönte Tagescreme oder Puder vor die Tür getraut. Aus meiner ersten Schwangerschaft sind mir leider ein paar kleine Pigmentierungen im Schläfenbereich geblieben, die sich aber, wenn nötig, gut abdecken lassen. Ich habe vor meiner ersten Schwangerschaft 14 Jahre lang ohne Unterbrechung die Pille genommen und bin kurz nach dem Absetzen schwanger geworden. Als der kleine Mann ein Jahr alt war, habe ich mit der Pille wieder weitergemacht. Interessanterweise hat sich mein Hautbild nicht schlagartig verbessert, wie ich das eigentlich erwartet hätte. Ich habe dann die Pille ein gutes Jahr genommen, wieder abgesetzt und war zum zweiten Mal nach wenigen Wochen schwanger. Das Pilleabsetzen habe ich meiner Haut angesehen, aber es war nicht ganz so auffällig. Als dann in der 7. Woche die Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt hat, ging es auch mit den Hautunreinheiten so richtig schlimm los. Da bist du schwanger - aber eben noch nicht offiziell - und dank deiner Haut hast du das Gefühl, auf deine Stirn ist ein Schild getackert, auf dem in großen, blinkenden Neonbuchstaben "Achtung, Braten in der Röhre!!!" geschrieben steht. Wirklich ganz großartig!

Natürlich habe ich die Unreinheiten erst einmal abgedeckt, damit sie nicht ganz so ins Auge springen, aber gleichzeitig habe ich angefangen, ihnen gezielt entgegen zu arbeiten. Die üblichen Verdächtigen wie Darmreinigungen, Detox-Saftkuren oder bestimmte Kosmetika, die z. B. Vitamin-A-Säure oder Tetracycline enthalten, sind in der Schwangerschaft tabu. Aber es gibt zum Glück auch noch andere Möglichkeiten. Erwarte jetzt aber bitte keine neue Wunderwaffe, wahrscheinlich hast du das alles schon einmal gehört. Aber wissen und beherzigen sind einfach zwei Paar Schuhe - mir geht es ganz genauso! Hier also meine Tipps, wie ich meinen Körper während der der Schwangerschaft in Sachen Hautbild unterstütze:


1. Finger aus dem Gesicht!

Die einfachste Regel ist gleichzeitig auch die schwierigste. Wenn meine Haut anfängt zu blühen, dann juckt es mich geradezu unter den Nägeln und meine Finger wandern wie von selbst in mein Gesicht. Die Mitesser und Pickel auszuquetschen ist aber das Schlimmste, was du machen kannst. Nicht nur, dass sich die Stellen entzünden, wenn du daran herumfingerst. Gerade in der Schwangerschaft können ganz leicht hässliche Narben entstehen, die du nicht so schnell wieder loswirst. Auch wenn es sehr schwer fällt, die Finger dürfen nicht ins Gesicht, damit tust du dir einfach keinen Gefallen!

Und wenn du trotz aller Warnungen und Einsicht mal gar nicht widerstehen kannst, dann achte penibel auf Hygiene und halte dich beispielsweise an die folgende Vorgehensweise: Reinige die Stelle vorher mit lauwarmem Wasser und einer antibakteriellen Waschlotion. Anschließend öffnest du deine Poren mit einem 5 bis 10-minütigen Dampfbad. Desinfiziere deine Hände gründlich, nimm ein Kosmetiktuch (für jeden Pickel ein neues!), schicke ggf. ein kleines Stoßgebet zum Himmel, dass es keine Narbe gibt, und drücke den Pickel ganz vorsichtig mit den Fingerkuppen aus - nicht mit den Fingernägeln! Das ist dir zu umständlich?! Mir auch! Da lasse ich lieber den Profi ran und gönne mir alle paar Wochen eine Gesichtsbehandlung bei der Kosmetikerin. Ja, das ist nicht billig und nicht jeder will (oder kann) sich eine Gesichtsbehandlung leisten - das ist mir völlig klar. Aber für die Vorfreude auf süße Babybilder mit dem klitzekleinen Mann verzichte ich lieber auf etwas anderes. Die Behandlung ist zwischendurch übrigens nicht gerade angenehm, verbessert das Hautbild aber ungemein.

2. Lass dich von einem Fachmann beraten

Ich schwöre seit Jahren auf Naturkosmetik. Lange Zeit hatte ich Produkte von Gertraud Gruber oder Dr. Hauschka, aber auch mit Nivea habe ich gute Erfahrungen gemacht. Vor etwa 1 1/2 Jahren habe ich durch eine Freundin eine neuseeländische Matschseife entdeckt (Rotorua Mud Soap), die ich mit der richtigen, reichhaltigen Creme sehr gut vertragen habe (die Seife ist antibakteriell und trocknet die Haut etwas aus). Bis ich schwanger wurde. Ich habe eigentlich eine Mischhaut, die in der T-Zone zu Unreinheiten neigt und an den Wangen und Schläfen normal ist. Während der Schwangerschaft neige ich aber zu sensibler und sehr trockener Haut, sodass mir die Seife plötzlich viel zu aggressiv war und ich mich auf die Suche nach einer Alternative machen musste.

Da ich völlig überfordert in der Drogerie vor dem Regal mit den Gesichtspflegeprodukten stand und nicht wusste, was ich kaufen soll, bin ich in meiner Verzweiflung einfach ins nächstbeste Kosmetikstudio. Ich habe mich beraten zu lassen und war bereits nach einer Woche von dem Ergebnis begeistert. Wahrscheinlich wäre es mir aber in jedem anderen Kosmetikstudio oder mit der richtigen Beratung in der Drogerie genauso ergangen. Ich habe eben zufällig die Firma Babor entdeckt. Das Zeug ist zugegebenermaßen nicht gerade billig, allerdings halten die Tübchen und Tiegel gefühlt doppelt so lange wie Sachen aus der Drogerie, da man nur sehr wenig von den Produkten braucht. Ich benutze momentan das Gel& Tonic 2in1, die Pure Intense Purifying Cream, den Cleansing CP Enzyme Cleanser und die Pure Intense Purifying Mask. Übrigens gibt es von Babor auch eine Creme, die sowohl reinigende Eigenschaften hat als auch eine Anti-Aging-Wirkung - genau das Richtige, wenn man mit über 30 dank der Schwangerschaft hauttechnisch gefühlt wieder in die Pubertät kommt ;-).

3. Reinige deine Haut gründlich aber sanft

Das Abschminken vor dem Zubettgehen sollte eine Selbstverständlichkeit sein, das muss ich wohl nicht extra erwähnen. Ich reinige meine Haut morgens und abends zudem mit lauwarmem Wasser und schäume das Gel&Tonic auf Gesicht, Hals und Dekolleté. Ich habe ein Handtuch nur für mein Gesicht, das niemand, aber auch wirklich niemand anfassen darf und das ich etwa alle 2-3 Tage austausche. Um die Haut nicht zu reizen, tupfe ich sie mehr trocken als dass ich rubble und creme sie danach dünn mit der Pure Intense Purifying Cream ein. Wenn ich entzündete Stellen habe, dann tupfe ich vor dem Zubettgehen ein bisschen Pure Intense Purifying Mask darauf - nicht sexy die hellgrünen Stellen, aber die Maske reduziert Entzündungen effektiv über Nacht. Ein wirksames und kostengünstiges Hausmittel ist übrigens Aloe Vera. Schneide ein Blatt an, kratze das Gelee heraus und tupfe es auf das Pickelchen oder die entzündete Stelle mit einem Wattestäbchen auf - das geht genauso.

Ich benutze außerdem seit einem guten Jahr den Gesichtsreiniger Mia von Clarisonic mit der Sensitiv-Gesichtsbürste und bin damit sehr zufrieden. Laut Gebrauchsanleitung kannst du ihn morgens und abends zur Reinigung verwenden. Meiner Haut ist das aber zu viel. Ich benutze ihn 5-6 Abende die Woche. Meine Kosmetikerin hat mir von einem häufigeren Gebrauch abgeraten, da sie meinte, dass meine Talgproduktion sonst zu stark angeregt wird und ich dann genau den gegenteiligen Effekt erzielen könnte. Aber jede Haut ist anders und du musst ggf. ein bisschen rumprobieren bis du das richtige Maß für dich gefunden hast.

4. Mach regelmäßig ein sanftes Peeling

In der Schwangerschaft neigt die Haut durch die Hormonumstellung zu übermäßiger Talgproduktion. Wenn du sie dann noch mit Make-up zuspachtelst, wie ich das während meiner ersten Schwangerschaft gemacht habe, können die Poren verstopfen und sich entzünden. Um die abgestorbenen Hautschüppchen zu entfernen und meine Haut porentief zu reinigen, benutze ich 2-3x pro Woche den Cleansing CP Enzyme Cleanser von Babor. Kostengünstigere Alternativen sind übrigens Peelings mit Meersalz oder Heilerde. Heilerde hat auch eine reinigende Wirkung - perfekt, um kleinen Pickelchen und Mitessern auf dem Dekolleté zu Leibe zu rücken. Dafür einfach ca. 2-3 EL Heilerde mit lauwarmem Wasser oder Kamillentee vermischen, auf der Haut verteilen und sanft einmassieren. Nach etwa 10-15 min abspülen. Heilerde ist eine ziemliche Sauerei, daher ist es am geschicktesten, das Peeling aufzutragen bevor du in die Dusche gehst. Für ein Meersalz-Peeling mischt du das Meersalz mit etwas Mandel- oder Olivenöl, reibst deine feuchte Haut sanft damit ein und spülst es gut ab.

5. Luft und Schweiß machen schön

Sweat, Baby, sweat! Ich habe das Gefühl, dass meine Haut besser ist, wenn ich mich viel an der frischen Luft bewege, Sport treibe und schwitze. Die vermehrte Durchblutung regt die Haut an, sodass abgestorbene Hautzellen besser abtransportiert werden können, und die enthaltenen Lipide im Schweiß sollen eine pflegende Wirkung haben. Am besten schwitzt du abgeschminkt, damit deine Poren nicht Gefahr laufen zu verstopfen. Ich versuche sowieso möglichst häufig ungeschminkt zu sein. Zugegebenermaßen ist das etwas einfacher, wenn man selbstständig von zuhause arbeitet und nicht jeden Tag einen Auswärtstermin hat. Wenn ich jeden Tag ins Geschäft müsste, dann würde mir dieser Punkt bedeutend schwerer fallen. Aber vielleicht ist es für dich auch eine Möglichkeit, dich direkt abzuschminken, wenn du nach Hause kommst und nicht erst, wenn du ins Bett gehst und du z. B. am Wochenende weitgehend auf Make-up verzichtest.

6. Beobachte deine Ernährung

Hat die Ernährung einen Einfluss oder nicht? Über diesen Punkt wird viel diskutiert und gestritten, die Studienlage ist nicht wirklich eindeutig. Zudem hat ja nicht nur die Ernährung allein einen Einfluss auf das Hautbild, sondern es gibt so viele verschiedene Faktoren, dass die Differenzierung meist schwierig ist. Bei mir ist das z. B. so: Wenn ich Stress habe, dann ernähre ich mich tendenziell ungesünder. Ich greife eher zu Weißmehl und esse mehr Süßigkeiten und allgemein Zucker, also Schweinkram, der nicht unbedingt den Ruf hat, die Haut zu verbessern. Trotzdem kann ich in der Situation nicht sagen, ob die Pickel vom Stress kommen oder doch von meiner Ernährung. Meistens trinke ich bei Stress auch etwas zu wenig, was für mein Hautbild auch nicht gerade förderlich ist.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Ernährung dein Hautbild beeinflusst, dann achte mal auf die folgenden Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen: Milchprodukte, Getreideprodukte (v. a. solche mit weißem Mehl, die eine hohe glykämische Last haben) und Zucker. Sie alle stehen im Verdacht, an Hautunreinheiten nicht ganz unbeteiligt zu sein (verlässliche Studien fehlen allerdings!). Demgegenüber sollen Obst und Gemüse (Vitamin C, Betacarotin), Nüsse (ungesättigte Fettsäuren), Vitamin-E-reiche Lebensmittel (Eier, grünes Blattgemüse, Mandeln) und zinkhaltige Lebensmittel (Bohnen, Geflügel, Fisch) das Hautbild verbessern. Im letzten Jahr - selbstverständlich vor meiner Schwangerschaft, habe ich zwei Detox-Kuren ausprobiert und mich probeweise eine Woche vegan ernährt. Bei allen drei Erfahrungen verbesserte sich mein Hautbild schlagartig und auch meine Haare und Nägel fingen verstärkt an zu glänzen. Ich kann nicht sagen, ob es daran lag, dass ich viel mehr der oben genannten Lebensmittel, die positiv für die Haut sein sollen, gegessen oder dass ich den Schweinkram weggelassen habe. Oder ob es daran lag, dass ich während der Zeit für mehr Ausgleich im Alltag gesorgt und mehr Yoga gemacht habe (interessanterweise mache ich umso mehr Sport, je cleaner ich mich ernähre). Wahrscheinlich war es eine Kombination aus allem - wie gesagt, die Differenzierung ist einfach schwierig.
 

7. Sei nachsichtig mit dir selbst

Gehörst du wie ich zu den Frauen, die während der Schwangerschaft mit unreiner Haut zu kämpfen haben, musst du viel Geduld aufbringen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Wenn mich meine Haut nervt, dann führe ich mir vor Augen, was in meinem Körper gerade alles so vor sich geht und womit er während der Schwangerschaft fertig werden muss. Und auch mit der besten Pflege bessert sich das Hautbild nicht über Nacht, sondern es dauert - in meinem Fall waren es ein paar Wochen. Meine Haut war im ersten Trimester am schlimmsten mit einem negativen Höhepunkt so um die 10. Woche und bessert sich aber seitdem stetig. Natürlich ist sie nicht perfekt, trotzdem kann ich ganz entspannt ungeschminkt vor die Türe gehen. Und das konnte ich in meiner ersten Schwangerschaft nicht gerade behaupten!

Ich wünsche auch dir viel Erfolg und hoffe, dass vielleicht der eine oder andere meiner Tipps hilfreich für dich ist. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren teilst.

Liebe Grüße
Antonie

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...