Montag, 11. April 2016

Chili con Carne

Als ich mal meiner mexikanischen Freundin erzählt habe, dass in Deutschland Chili con Carne sehr oft mit Hackfleisch zubereitet wird, ist sie echt vom Glauben abgefallen. Ich denke, es ging ihr ähnlich wie mir, als ich mal in Australien auf einem Farmers Market "echt originale Münchner Weißwürste" entdeckt habe - die gehäutet (!) auf dem Grill (!) vor sich hin brutzelten. Die Laugenbrezeln daneben, die wahlweise zur Hälfte mit Zuckerguss und bunten Zuckerstreuseln überzogen oder in Schokolade getaucht waren, haben mir dann den Rest gegeben... Andere Länder, andere Sitten ;-). Über die Herkunft des Chili con Carne wird wie bei vielen anderen Gerichten gestritten, genau wie über die "richtigen" Zutaten. Rezepte gibt es wie Sand am Meer, mit Fleisch oder vegan, mit Bohnen oder ohne und eben mit Hackfleisch oder in Würfel geschnittenem Fleisch. Hier mein Lieblingsrezept, das sogar meiner Freundin aus Mexiko geschmeckt hat:

Ist die Essenszeit nicht ganz absehbar, dann ist Chili con Carne perfekt: Einfach alles vorbereiten und vor sich hin köcheln lassen, bis alle am Tisch sitzen.

Zutaten

für 4 Portionen
Zubereitungszeit: ca. 40 min
(bei Rezepten mit Fleisch, das geschmort werden muss, entsprechend länger)

500 g Rindfleisch (oder Rinderhack)
2 EL Olivenöl
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
400 g gestückelte Tomaten
500 g passierte Tomaten
2 EL Tomatenmark
100 ml Rotwein
2 Paprikaschoten
250 g Mais (im Glas)
250 g Kidneybohnen (im Glas)
250 g schwarze Bohnen (im Glas)
1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
1 TL Kakao (zum Backen und Kochen)
1 TL frisches Oswegokraut (alternativ Oregano)
Chiliflocken (oder Cayennepfeffer)
Salz
Pfeffer

1 Handvoll Koriander
2 EL Frühlingszwiebeln
4 Kleckse Schmand (oder Saure Sahne)

Zubereitung

Koriander und Frühlingszwiebeln waschen und klein schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Paprika in Stücke schneiden, Rindfleisch würfeln. Olivenöl in eine große Pfanne geben und Rindfleisch scharf anbraten. Zwiebeln und Knoblauch zugeben und kurz mitrösten lassen. Mit Rotwein ablöschen. Tomaten, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Kakao, Oswegokraut und Chiliflocken zugeben. Chili bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis das Fleisch bzw. das Chili die gewünschte Konsistenz erreicht hat (bei Rindfleisch zum Kurzbraten und Hackfleisch ca. 20 min, bei Schmorfleisch entsprechend länger), ab und zu umrühren. Mais und Bohnen abtropfen lassen und zugeben, weitere 5 min köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Chili mit Koriander, Frühlingszwiebeln und Schmand anrichten.

Dazu passt Baguette oder Vollkornreis. Das Chili schmeckt aber auch lecker als Füllung im Vollkornwrap zu Guacamole.

Tipps:
  • Rindfleisch aus der Keule schmeckt kräftiger, muss aber im Gegensatz zu Rindfleisch zum Kurzbraten (z. B. aus der Hüfte) etwas länger schmoren. Ich lasse mich immer gerne beim Metzger beraten, da ich relativ wenig Ahnung von Fleischzuschnitten habe ;-).
  • Chili ist ein perfektes Gericht, wenn die Essenszeit nicht wirklich absehbar ist. Länger köcheln tut dem Geschmack keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, und ich finde am nächsten Tag schmeckt das Chili aufgewärmt fast noch besser. Es eignet sich auch perfekt zum Einfrieren.
  • Wenn unser kleiner Mann mit isst, dann ersetze ich den Rotwein durch Fleisch- oder Gemüsebrühe und lasse die Chiliflocken weg. Für Schärfe sorge ich dann direkt auf dem Teller.


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