Donnerstag, 3. März 2016

Meine 8 Tipps, wie du wunde Brustwarzen beim Stillen vermeidest

Mit schmerzenden oder sogar wunden Brustwarzen haben viele Mamis zu Beginn der Stillzeit zu kämpfen. Ich habe auch schon oft gehört, dass es normal sei, dass Stillen wehtut. Das ist völliger Quatsch! Der einzige Schmerz, den du spüren "darfst", ist ein leichter Ansaugschmerz, der aber nach den ersten Zügen bzw. nach spätestens einer halben Minuten gegen null gehen sollte. Stillen selbst darf nicht wehtun und häufiges Stillen ist auch nicht der Grund für wunde Brustwarzen. Meinen kleinen Mann zu stillen war für mich eine wunderbare Erfahrung und ich freue mich schon darauf, dass ich sie bald mit dem klitzekleinen Mann, der gerade noch in meinem Bauch turnt, (hoffentlich) wiederholen darf. Allerdings denke ich auch gerade an die ersten 4 Wochen nach der Geburt, in denen nicht immer alles beim Stillen reibungslos lief, meine Brustwarzen sehr, sehr, sehr empfindlich waren und ich oft Angst hatte, dass sie wund werden könnten.

Das richtige Anlegen ist das A und O, um wunde Brustwarzen zu vermeiden.

Glücklicherweise bin ich sowohl von wunden Brustwarzen als auch von einer Brustentzündung (Mastitis) verschont geblieben und ich bin der Hebamme im Krankenhaus und meiner Nachsorgehebamme für ihre vielen hilfreichen Tipps sehr dankbar :-). Ich hatte weder einen Milchstau, noch waren meine Brustwarzen jemals aufgerissen oder haben geblutet. Daher gebe ich meine Tipps gerne weiter, auch wenn es nicht für alle einen wissenschaftlichen Beweis gibt. Bei mir haben sie funktioniert und vielleicht ist für dich auch die eine oder andere kleine Hilfestellung dabei:

1. Richtiges Anlegen ist das A und O

Achte immer darauf, dass dein Kind nicht nur die Brustwarze, sondern auch möglichst viel vom Warzenhof im Mund hat. Wenn das Mündchen weit geöffnet ist, die Lippen nach außen geklappt sind und dein Baby wie ein kleines Breitmaulfröschchen aussieht, ist das ein sehr gutes Zeichen. Wenn sich irgendetwas komisch anfühlt oder schmerzt, dann löse dein Kind auf jeden Fall nochmal vorsichtig von der Brustwarze und lasse es neu andocken. Dafür vorsichtig den kleinen Finger in den Mundwinkel schieben und so den Unterdruck wegnehmen. Wenn das Baby ansaugt und die Milch einschießt, dann kann es kurz ziehen oder leicht stechen - das ist normal und nennt sich Ansaugschmerz. Das Stillen selbst darf aber auf keinen Fall wehtun. Tipps zum Anlegen und die Erklärung der verschiedenen Stillpositionen findest du z. B. hier, hier, hier oder hier.

2. Wolle-Seide-Stilleinlagen

Es ist wichtig, dass Luft an die Brustwarze kommt und sich keine Feuchtigkeit anstaut. Ich habe daher zuhause luftdurchlässige Stilleinlagen aus einem Wolle-Seide-Gemisch verwendet und nur wenn ich unterwegs war, die Einwegstilleinlagen, die man in den BH klebt, genommen. Allerdings hatte ich auch das Glück, dass meine Brüste wirklich selten ausgelaufen sind. Wenn ich alle halbe Stunde ein nasses T-Shirt gehabt hätte, wäre ich möglicherweise nicht ganz so begeistert von den Wolle-Seide-Stilleinlagen. Eine Möglichkeit ist natürlich auch, sie direkt auf die Brust zu legen und die Einwegteile trotzdem in den BH zu kleben - das hat dann noch einen netten kleinen Aufpolsterungseffekt ;-). Wichtig ist, auf Hygiene zu achten und die Stilleinlagen regelmäßig und nicht zu heiß zu waschen. Auch ansonsten solltest du natürlich allgemein auf eine gute Hygiene achten und zudem regelmäßig die Brust mit warmem Wasser abwaschen.

3. Heilwolle

Ich schwöre total auf Heilwolle. Ich hatte immer ein kleines bisschen direkt zwischen Brustwarze und Stilleinlage gelegt. Heilwolle ist naturbelassene Schafwolle. Sie wird nach der Schafschur nur kurz in klarem Wasser gewaschen und enthält daher das natürliche Wollfett (Lanolin), allerdings aber auch den typischen Schafgeruch. Wichtig ist, dass du sie regelmäßig wechselst, etwa 1-2x täglich. Meistens fängt sie an, so ein bisschen zu verfilzen und spätestens dann solltest du dir neue gönnen. Heilwolle soll übrigens auch sehr gut bei wunden Kinderpopos helfen. Manche Hautärzte raten allerdings davon ab, Heilwolle zu verwenden. Die darin enthaltenen Wollwachsalkohole gehören zu den stärksten Kontaktallergenen. Ich persönlich habe Heilwolle gut vertragen, aber behalte das auf jeden Fall im Hinterkopf, dass manche Menschen allergisch darauf reagieren. Wenn du dir unsicher bist, kannst du sie ja schon vorher mal an einer etwas unempfindlicheren Stelle testen.

4. Muttermilch

Nach dem Stillen habe ich grundsätzlich ein paar Tröpfchen Muttermilch vorsichtig aus der Brustwarze gestrichen, auf der Brustwarze und dem Warzenhof verrieben und an der Luft trocknen lassen. Die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Muttermilch sollen die Brustwarzen vor Infektionen schützen.

5. Lanolin-Salbe

Die Hebamme im Krankenhaus hat mir geraten, zumindest anfangs nach dem Stillen und nachdem ich Muttermilch auf der Brustwarze habe trockenen lassen, eine winzige Portion Lanolin-Salbe auf die Brustwarze aufzutragen, um sie vor Austrocknung zu schützen. Lanolin ist reines Wollwachs und muss nicht abgewaschen werden, bevor du dein Baby wieder anlegst. Wichtig ist, dass du wirklich sehr dünn schmierst, damit noch Luft an die Brustwarze kommt. Meine Lieblingsmarke war HPA Lanolin von Lansinoh, weil es hypoallergen und frei von Zusatzstoffen ist. Aber sicher gibt es auch noch andere gute Marken.

6. Nicht nuckeln lassen

Es soll nicht gerade förderlich für die Brustwarzen sein, wenn das Baby nuckelt oder an der Brust einschläft. Hier muss jede Mama selbst entscheiden, inwieweit sie das möchte und ihre Brust die Beanspruchung verträgt. Natürlich habe auch ich den kleinen Mann ab und an mal an der Brust einschlafen lassen - einfach weil es soooo süß ist. Meistens habe ich ihn aber vorsichtig gelöst, wenn er aufgehört hat, richtig zu trinken. Aber wie gesagt, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

7. Ein gut sitzender Still-BH

BHs sind bei mir sowieso so ein Thema, da ich große Brüste habe. Still-BHs waren noch um Klassen schlimmer!!! Die normalen, die es im Geschäft zu kaufen gab, konnte ich total vergessen, die waren einfach zu klein. Ich habe mir letztendlich welche im Internet bestellt und nachts gemütliche Bustiers getragen. Es ist wichtig, dass du dir einen Still-BH zulegst, der nicht drückt, nicht scheuert und nicht einschnürt. Nicht nur, um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern um auch keinen Milchstau zu riskieren.

8. Für eine entspannte und ruhige Atmosphäre sorgen

Besonders am Anfang ist es wichtig, dass du dich beim Stillen entspannst - auch wenn das nicht immer einfach ist. Man neigt einfach dazu, sich zu verkrampfen, wenn irgendetwas nicht gleich klappt (was anfangs völlig normal ist). Und wenn die Brüste schmerzen, dann ist es umso schlimmer. Sorge für eine ruhige und entspannte Atmosphäre, leg vielleicht ein bisschen ruhige Musik auf oder verziehe dich ins Nebenzimmer, wenn du deine Ruhe haben willst. Auch wenn das am Anfang etwas anstrengend ist und du dir dabei vielleicht blöd vorkommst, wenn du so ein "Geschiss" machst und den Raum verlässt - es ist egal, was die anderen denken! Dir und deinem Baby muss es beim Stillen gutgehen. Und spätestens nach 4 Wochen hast du so eine Routine, dass du zur Not auch im Kopfstand stillen kannst ;-).

Und wenn die Brustwarzen doch mal wund oder kurz davor sind...

... dann haben mir immer Multi-Mam-Kompressen aus der Apotheke geholfen oder ggf. probierst du eine andere Stillposition aus. Deine Hebamme kann dir dafür viele individuelle Tipps geben. Falls deine Brust schmerzt, weil du kleine Knötchen hast, dann am besten ab in die heiße Dusche, den Massagestrahl draufhalten und ganz, ganz sanft in Richtung Brustwarze ausstreichen. Auf keinen Fall abpumpen, das macht es nur schlimmer. Es hilft auch ganz gut, das Baby mit dem Unterkiefer Richtung Knötchen anzulegen, damit es sie beim Trinken "wegmassiert". Das kann mitunter zu interessanten Verrenkungen führen, ich kann mich daran erinnern, dass mein Mann mal von der Arbeit heimkam und uns im Wohnzimmer auf dem Boden angetroffen hat: Der kleine Mann lag auf seiner Kuscheldecke und ich kniete im Vierfüsslerstand mit nacktem Busen über ihm und habe gestillt... Naja, wenns hilft ;-).

Falls die Schmerzen länger auftreten, nicht auszuhalten sind, die Brustwarzen einfach nicht abheilen wollen oder du aus irgendeinem Grund unsicher bist, dann frage auf jeden Fall deine Hebamme oder deinen Arzt - lieber früher als später. Die Brustwarzen abzuhärten mit Reiben, Rubbeln, Zitronensaft oder was es da noch so alles gibt, halte ich übrigens für Quatsch. Das kann die Brustwarzen reizen und sogar noch empfindlicher machen.

Höre auf deinen Körper und sei achtsam im Umgang mit dir selbst. Erwarte nicht zu viel auf einmal und versuche, die Sache entspannt anzugehen. Nur weil es mal nicht klappt, muss es noch lange kein Grund sein, aufzugeben oder abzustillen. Und das Allerwichtigste: Genieße die Stillzeit, sie ist viel zu schnell vorbei!

Was sind deine Tipps, um wunde Brustwarzen beim Stillen zu vermeiden? Was machst du, wenn sie doch mal wund geworden sind? Verrate es mir in einem Kommentar :-).

Liebe Grüße
Antonie

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