Montag, 28. März 2016

Meine 7 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit

Ist mir schlecht... Die meisten werdenden Mamas haben während der Schwangerschaft zumindest zeitweise mit Übelkeit zu kämpfen. Am häufigsten packt einen die Schwangerschaftsübelkeit während der ersten Wochen und das ist dann gleich doppelt anstrengend, denn oft ist zu dem Zeitpunkt die Schwangerschaft noch gar nicht offiziell. Man leidet also, muss sich zusammenreißen als wäre nichts und dann kann man noch nicht mal jammern ;-). Ich habe mich in beiden Schwangerschaften während der anfänglichen Übelkeitsphase nicht ein einziges Mal übergeben müssen - dazu kann ich also nichts sagen. Mir war "nur" jeweils 4 Wochen so dermaßen speiübel und mir ist ständig das Wasser im Mund zusammengelaufen, dass ich jeden Moment gedacht habe, jetzt ist es soweit.

Ablenkung und Ingwertee haben bei mir am besten gegen die Schwangerschaftsübelkeit geholfen.

Bei meinen beiden Schwangerschaften kam die Übelkeit ganz plötzlich jeweils zu Beginn der 7. Woche und war mit Ende der 11. Woche genauso plötzlich wieder verschwunden. Meistens habe ich die Übelkeit entweder irgendwie ertragen oder mich abgelenkt - so gut es eben ging. Und ich habe mich damit getröstet, dass eine heftige Übelkeit wohl ein Zeichen dafür ist, dass sich die Schwangerschaft festig. Angeblich ist die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Abgang oder eine Fehlgeburt geringer, wenn die Schwangerschaftsübelkeit deutlicher ausgeprägt ist - was aber natürlich nicht heißen soll, dass eine Schwangere, der nicht übel ist, etwas befürchten muss. Jeder Körper reagiert anders auf die Hormonumstellung. An manchen glücklichen Schwangeren geht die Schwangerschaftsübelkeit komplett vorbei, bei mir war sie an ein paar Tagen so heftig, dass ich kaum aufrecht stehen, geschweige denn effektiv arbeiten konnte. Wenn du so schlimme Symptome hast, dass sie deinen normalen Tagesablauf zu sehr beeinträchtigen oder du dich häufig erbrichst, sprich bitte spätestens dann mit deinem Arzt oder deiner Hebamme und ziehe ggf. eine Medikation in Betracht. Ich nehme grundsätzlich nicht gerne Medikamente und ganz besonders nicht während der Schwangerschaft, aber manchmal führt einfach kein Weg daran vorbei. Eventuell kann auch ein Vitamin-B-Defizit der Grund für eine heftige Schwangerschaftsübelkeit sein. Du solltest aber auf keinen Fall eine Selbstmedikation betreiben, sondern immer deinen Arzt nach geeigneten Mitteln und der passenden Dosis fragen. Auch homöopathische Mittel oder Akkupunktur können hilfreich sein - deine Hebamme berät dich sicher gerne.

Mit einem Wundermittel gegen die Schwangerschaftsübelkeit kann ich leider nicht dienen. Ein paar Dinge haben mir aber zumindest geholfen, meine Übelkeit in der Frühschwangerschaft etwas abzumildern:

1. Iss häufiger kleinere Mahlzeiten und trinke ausreichend
Wenn ich Hunger hatte und nicht gleich etwas gegessen habe oder etwas essen konnte, war sie bei mir am schlimmsten. Das macht Sinn, denn ein niedriger Blutzuckerspiegel soll die Schwangerschaftsübelkeit begünstigen. Achte also darauf, deinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten und nicht Achterbahn fahren zu lassen, indem du Mahlzeiten auslässt oder ihm mit Süßigkeiten, Limonade oder Weißmehlprodukten einen schnellen (unnötigen) Kick gibst. Der Brechreiz wird außerdem durch große Mahlzeiten leichter ausgelöst als durch kleine Portionen - so zumindest meine Erfahrung. Auch wenn ich vergessen habe zu trinken und Durst bekam, wurde die Übelkeit sofort schlimmer. Alle heilige Zeit ein großes Glas runterzustürzen war allerdings eher kontraproduktiv. Daher habe ich immer darauf geachtet, mein Wasserglas oder meine Teetasse in greifbarer Nähe zu haben und regelmäßig kleine Schlucke zu trinken. Solltest du Schwierigkeiten mit dem Trinken haben, wenn dir schlecht ist, kannst du alternativ auch Eiswürfel lutschen. Lecker sind z. B. auch welche aus Kräutertee oder sehr verdünnter Fruchtsaftschorle.

2. Beobachte, welche Speisen dir guttun und welche weniger
Viele Schwangere vertragen während der Übelkeitsphase keine fettigen, sauren, frittierten oder sehr würzigen Speisen - mir ging das ebenso. Auch Wasser mit Kohlensäure kann die Übelkeit verschlimmern. Mir wurde allerdings eher von stillem Wasser schlecht und ich habe lieber Sprudel getrunken. Jeder Körper reagiert anders. Sei achtsam: Beobachte deine Reaktion auf verschiedene Speisen und iss genau das, worauf du Appetit hast (natürlich mit Ausnahme der Lebensmittel, auf die du während der Schwangerschaft generell verzichten solltest). Streiche Lebensmittel, gegen die du eine Abneigung verspürst, von deinem Speiseplan und gib deinen Gelüsten nach. Auch wenn es einfach nur trockene Nudeln sind und du dir vielleicht Gedanken machst, dass du dich gerade nicht ganz so gut ernährst, wie du gerne möchtest - die Ausgewogenheit kann erst einmal warten, bis es dir wieder besser geht. Meistens geht die Übelkeit relativ schnell vorbei und während der kurzen Zeit musst du dir keine Gedanken machen, dass dein Baby nicht ausreichend versorgt ist. Dauert das Unwohlsein länger an oder musst du dich häufig erbrechen, dann hole dir auf jeden Fall Rat von deinem Arzt und sprich auch das Thema ausgewogene Ernährung an.

3. Iss eine Kleinigkeit noch vor dem Aufstehen
Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann - wie schon gesagt - die Schwangerschaftsübelkeit begünstigen, daher hilft es dir vielleicht, noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen, z. B. einen Keks, Zwieback oder Trockenobst wie Aprikosen. Manchmal ist es aber auch besser, morgens nichts zu essen und nur Wasser oder Tee zu trinken bis die Übelkeit etwas nachgelassen hat. Auch hier gilt es, auf deinen Körper zu hören. Was sich heute gut anfühlt, muss morgen nicht unbedingt das Richtige sein. Ich hatte immer eine Kleinigkeit auf meinem Nachttisch stehen. Wenn ich das Gefühl hatte, dass mein Blutzuckerspiegel beim Aufwachen völlig im Keller war oder mir beim Aufrichten oder Aufstehen schwindlig wurde, dann habe ich zugegriffen und meinem Blutzuckerspiegel einen kleinen Energieschub gegeben.

4. Ingwertee, Ingwertee, Ingwertee ;-)
Ich liebe Ingwertee und trinke ihn regelmäßig und auch gerne so stark, dass er leicht scharf schmeckt. Natürlich meine ich nicht die aromatisierte Version im Teebeutel, sondern ein Stück frisch geriebene Knolle, die ich mit kochendem Wasser übergieße. Ich nehme einen gehäuften Teelöffel geriebenen Ingwer auf eine große Tasse (ca. 350 ml). Auch wenn Ingwer als probates Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit gilt, sind viele Schwangere verunsichert: Es gibt auch Hebammen und Ärzte, die von Ingwer in der Schwangerschaft generell abgeraten, da er wehenfördernd wirken soll. Doch meiner Meinung nach gilt wie so oft: Die Dosis macht das Gift. Wenn du dir unsicher bist, wie viel Ingwer unbedenklich ist, dann bereite dir einfach einen schwachen Ingwertee zu, indem du nur zwei oder drei Scheibchen pro Tasse brühst. Alternativ kannst du auch Melissen- oder Pfefferminztee trinken oder mit Ingwertee mischen. Da ich Ingwer gewohnt bin, mache ich mir persönlich keine Gedanken dabei, eine große Tasse pro Tag zu trinken. Ich trinke in den Wintermonaten fast täglich Ingwertee und habe auch jetzt in der Schwangerschaft nicht damit aufgehört. Gerade während der Übelkeitsphase hat der Ingwertee meinen Magen beruhigt. Außerdem frage ich mich, wie Ingwer Wehen fördern soll, wenn ich momentan noch gar keine habe. Letztendlich ist es aber deine individuelle Entscheidung, ob du den Konsum von Ingwer in deinem Schwangerschaftsstadium als Risiko ansiehst oder nicht. Diese Entscheidung kann ich dir leider nicht abnehmen. Wenn du unsicher bist, dann frage deinen Arzt oder deine Hebamme, die dich und deine persönliche Situation kennen, um Rat.

5. Bewege dich - am besten an der frischen Luft
Oh ja, ich weiß was Müdigkeit ist. Gerade in der Frühschwangerschaft fiel es mir unglaublich schwer, mich aufzuraffen und rauszugehen. Wenn es dir auch so geht, dann versuche dir einen Ruck zu geben. Es lohnt sich! Sobald ich mich an der frischen Luft bewegt habe, hat auch die Übelkeit in aller Regel nachgelassen und der Effekt zumindest einige Zeit angehalten. Frauen, die vor und während der Frühschwangerschaft regelmäßig Sport treiben, sollen überhaupt generell weniger Probleme mit Schwangerschaftsübelkeit haben. Es wird vermutet, dass die Bewegung Stoffwechselprozesse im Körper ankurbelt und die Hormonumstellung erleichtert. Falls du dich gar nicht zum Rausgehen überwinden kannst, dann lüfte zumindest regelmäßig durch oder stelle dich ans Fenster bzw. die offene Tür und atme bewusst und in langen Zügen die frische Luft ein. Übrigens soll auch der Duft von Zitronen die Übelkeit abmildern. Auch wenn es mir wenig geholfen hat, habe ich gerne an ihnen geschnuppert oder eine unbehandelte Scheibe Bio-Zitrone in meinen Tee gegeben.

6. Yoga gegen Schwangerschaftsübelkeit
Mir persönlich hat jede Art von sanftem Yoga gegen die Schwangerschaftsübelkeit geholfen, selbst wenn ich mich nur auf meine Matte gelegt oder gesetzt und mich entspannt habe. Meine liebsten Asanas zum Entspannen in der Schwangerschaft sind die Kindshaltung mit offenen Knien, die Katze, das Happy Baby, das Krokodil mit angewinkelten Beinen, der Drehsitz und die Tiefenentspannung in Seitenlage mit Kissen zwischen den angewinkelten Knien. Vorbeugen waren für mich während der Übelkeitsphase eher nicht so das Gelbe vom Ei. Höre auf deinen Körper und mache nur, was sich gut anfühlt. Wichtig ist, dass du nur so lange in den Stellungen bleibst wie du ohne große Anstrengung kannst und dabei tief und bewusst in den Bauch atmest. Übrigens soll auch die Wechselatmung mit langer Ein- und Ausatmung gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen. Ich persönlich praktiziere sie aber nicht so gerne und auch selten freiwillig, daher habe ich damit weniger Erfahrung ;-).

7. Sorge für ausreichend Schlaf und Entspannung
Stress und Müdigkeit können die Übelkeit verschlimmern. Es ist wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um dich zu entspannen und ausreichend schläfst - was nicht gerade einfach ist, gerade wenn noch ein anderer kleiner Krümel durchs Haus fegt. Wenn du nicht arbeiten kannst, dann lass dich zur Not von deinem Arzt krankschreiben und hab bloß kein schlechtes Gewissen dabei! Ich frage mich manchmal, woher der Begriff Morgenübelkeit kommt. Mir war den ganzen Tag todschlecht und am schlimmsten war es meistens nachmittags so gegen 5 oder halb 6. Meistens habe ich mich dann mit dem Satz "der Mama geht es gerade nicht so gut" auf die Couch gelegt und gewartet, dass der große Mann endlich von der Arbeit heimkommt, während der kleine Mann - halb im Delirium von mir beaufsichtigt - gespielt und ein riesengroßes Durcheinander in seinen Spielkisten veranstaltet hat ;-).

So, das waren meinen 7 Tipps und ich drücke dir die Daumen, dass du es bald geschafft hast! Die Schwangerschaftsübelkeit ist eine sehr individuelle Sache - was mir geholfen hat, muss also nicht zwangsläufig auch dir helfen. Trotzdem hoffe ich, dass ich dir ein paar Anregungen geben konnte und der eine oder andere Tipp auch bei dir funktioniert. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen in einem Kommentar mit mir teilst.

Liebe Grüße
Antonie

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