Sonntag, 14. Februar 2016

Mamis dieser Welt, seid stolz auf eure Schwangerschaftsstreifen!

Bei Männern weiß ich es nicht so genau (die meisten sind da ja nicht so auskunftsfreudig), aber ich kenne kaum eine Frau, die wirklich zufrieden mit ihrem Körper ist. So ziemlich jede hat irgendetwas daran auszusetzen: zu dick, zu dünn, zu schlaff, zu faltig, zu viel Cellulite, die Haare sind zu glatt, zu lockig, zu dünn, zu dick, zu strähnig oder zu mausgrau. Die Haut ist nicht strahlend genug oder unrein, die Tränensäcke sind zu groß, die Zähne nicht weiß genug und so weiter und so fort. Und besonders die Mamis unter uns lassen oft kein gutes Haar an sich. Tatsache ist, eine Schwangerschaft hinterlässt ihre Spuren. Der Bauch ist wabbeliger, mnachmal wird er ein bisschen unsymmetrisch, das Bindegewebe wird etwas schlaffer, der Busen hängt etwas mehr als vorher, mache Frauen bekommen durch die Hormonumstellung Pigmentflecken (ich leider auch), Besenreißer und Krampfadern sind keine Seltenheit. Und dann ist da auch noch mein größter Feind: die Schwangerschaftsstreifen!

Mamis dieser Welt, lasst euch von ein paar Schwangerschaftsstreifen nicht unterkriegen!

Ich habe gecremt und geölt, gewechselduscht und gezupft, aber plötzlich waren sie doch da. In der 35. Schwangerschaftswoche haben sie sich mit einem kleinen länglichen roten Fleck angekündigt und in der 37. Woche haben sie meinen ganzen Bauch überzogen. Ich habe ehrlich gesagt geheult wie ein Schlosshund, dabei sind meine Schwangerschaftsstreifen im Vergleich zu den Bildern, die man so im Internet findet, vielleicht gerade mal mittelschlimm gewesen. Ja, ich habe in meiner Verzweiflung, wo das vielleicht noch hinführt, gegoogelt wie eine Irre und das war gar nicht hilfreich. Mittlerweile sind sie nicht mehr rötlich, sondern verblasst. Von weitem sieht man sie eigentlich fast gar nicht mehr...

Mamis dieser Welt, seid stolz auf eure Schwangerschaftsstreifen!

Während der Schwangerschaft habe ich mich das erste Mal seit sehr langer Zeit wieder richtig wohl in meinem Körper gefühlt. Ein bisschen traurig war ich schon, dass ich mit etwas Übergewicht in die Schwangerschaft gestartet bin, aber das ging sehr schnell vorbei und je dicker mein Bauch wurde, umso schöner habe ich mich gefühlt. Bis die Schwangerschaftsstreifen kamen. Als unser kleiner Mann dann endlich da war (drei Tage zu spät), war erstmal nichts anderes wichtig, als dass es ihm gut geht. Die Natur richtet das schon schlau ein: erst dieser Hammerhormoncocktail nach der Geburt, mit dem du dich so großartig fühlst wie niemals zuvor in deinem Leben und dann die Mamihormone, die dein ganzes Leben darauf ausrichten, dieses kleine Wesen zu beschützen. Nach der Geburt war ich erstmal nur Mami und etwa nach 3-4 Wochen fing ich an, auch wieder Frau zu sein und dabei waren mir die Schwangerschaftsstreifen ganz schön im Weg.

Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich mit meinen Schwangerschaftsstreifen anzufreunden und zu akzeptieren, dass sie nun ein Teil von mir sind. Natürlich habe ich jetzt in der zweiten Schwangerschaft ein bisschen Angst, dass die Schwangerschaftsstreifen schlimmer werden, aber dann ist das eben so. Mittlerweile ist mir eins klar geworden: Mamis sind nicht wunderschön, obwohl sie einem Kind das Leben geschenkt haben, sondern gerade deswegen (großartige und inspirierende Bilder findet ihr dazu auch auf 38 Perfect Post-Baby Bodys). Mamis, ihr seid perfekt! Seid stolz auf euren Körper und lasst euch nicht von irgendwelchen Schönheitsidealen verunsichern. Ich weiß, dass ist gar nicht so einfach. Aber ich arbeite daran und bin meinem Körper dankbar, dass er die letzten 34 Jahre immer für mich da war. Mein Körper ist ein Geschenk und es wird Zeit, dass ich es ihm danke. Und ich beginne damit, indem ich mich frage, was ich meinem Körper heute noch Gutes tun kann :-).

Wie geht ihr mit euren Schwangerschaftsstreifen um? War es auch anfangs so schwierig für euch? Verratet es mir in einem Kommentar.

Liebe Grüße
Antonie

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