Mittwoch, 3. Februar 2016

Ernährung in der Schwangerschaft

Du erwartest ein Kind und plötzlich fragst du dich: Ist es ok, was und wie ich esse? Was muss ich beachten? Kann ich mit meinem Essverhalten meinem Kind schaden? Außerdem entwickeln die meisten Schwangeren einen bisher ungekannten Heißhunger auf alles Mögliche (und Unmögliche!), der ganz schön verunsichern kann. In meiner ersten Schwangerschaft waren es Kiwis, Erbsen, Gummibärchen und indisches Essen, seit Beginn meiner zweiten Schwangerschaft verputze ich kiloweise Himbeeren und auch Gummibärchen bin ich auch mal wieder nicht ganz abgeneigt ;-). Ich also bin gelüstetechnisch eher ein langweiliger Normalo, habe aber auch schon in meinem Freundeskreis von Nutellalaugenbrötchen mit Lyoner oder Kartoffelchips mit Marmelade gehört (igittigittigitt!). Und natürlich habe alle Schwangere Heißhunger auf saure Gurken - oder?!

Was ist dran am Saure-Gurken-Mythos?

Für die Gelüste auf bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft gibt es zwei Theorien: Zum einen, dass die Lust auf ein bestimmtest Nahrungsmittel im Gehirn entsteht und die Schwangere so ihre Lebensmittelauswahl verbessert. Sie bekommt auf das Appetit, was ihr Körper gerade braucht und sorgt so für den "notwendigen" Verzehr von z. B. Kalzium, Vitaminen oder Kohlenhydraten (woher der Körper weiß was er braucht bzw. wie er das "misst", ist die große Frage). Die andere Theorie besagt, dass die in der Schwangerschaft vermehrt produzierten Hormone wie Östrogen und Progesteron den Geruchsinn sensibilisieren und damit den Geschmack beeinflussen. Diese Theorie scheint auch die temporären Abneigungen während der Schwangerschaft zu erklären - und diese können einen wirklich an den Rand der Verzweiflung bringen... In den ersten Wochen konnte ich beide Male keine Kaffee riechen. Schlecht, wenn man mit der versammelten Kollegenmannschaft in einem kleinen Konferenzraum stundenlag festsitzt oder einen der Geruch von gekochtem Schinken oder einem bestimmten Parfüm würgen lässt - besonders, wenn die Schwangerschaft noch nicht offiziell ist. Es ist völlig ok, den mitunter seltsamen Gelüsten oder Abneigungen nachzugeben, solange sie sich in vernünftigen Bahnen bewegen. Der Heißhunger auf saure Gurken kommt wohl daher, dass sie reich an Folsäure sind, die in den ersten Wochen der Schwangerschaft besonders wichtig für die Entwicklung des Kindes sind. Allerdings scheint das wohl ein deutsches Phänomen zu sein, in anderen Ländern haben Schwangere ganz andere Gelüste. Ich persönlich habe da also so meine Zweifel...

Nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gut essen!

Von den gelüstetechnischen Kapriolen aber mal abgesehen, bist du jetzt in einer Situation, in der du nicht nur vor dir selbst verantworten musst, was du dir alles so zwischen die Kiemen schiebst. Du hast auch die Verantwortung für dein ungeborenes Kind, das du miternährst und möglicherweise durch dein Essverhalten mehr prägst als dir lieb ist. In der Schwangerschaft sollte man für zwei essen - aber nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gut! Die Qualität der Essens- und Nährstoffauswahl muss stimmen. Wer sich gesund, ausgewogen und mit eher naturbelassenen Lebensmitteln abwechslungsreich ernährt, muss eigentlich gar nicht viel ändern. Nur sollte man auf manche Lebensmittel besser verzichten, z. B. Rohmilchprodukte (Listerien!), Leber (Schadstoffbelastung! Vitamin A!), rohe Eier (Salmonellen!), roher Fisch (Keimbelastung!) und Alkohol (fruchtschädigend!). Wer keine Toxoplasmose-Antikörper besitzt, der sollte sein Steak besser "durch" bestellen und nicht "medium rare" und keinen kaltgeräucherten Schinken. Bei Unter- oder Übergewicht am besten mit dem Arzt oder deiner Hebamme besprechen, ob du ein bestimmtes Ernährungskonzept einhalten solltest. Da ich etwas mehr Flausch auf den Rippen habe als unbedingt notwendig, hat mir meine Hebamme geraten, viel Gemüse und Obst zu essen, den Anteil an "gutem, fettarmen" Protein etwas zu erhöhen und mit den Kohlenhydraten und meinen Portionsgrößen vorsichtig zu sein. Aber Achtung: Diäten im herkömmlichen Sinne sind in der Schwangerschaft tabu! Auch wenn ich - jetzt zum zweiten Mal - nicht mit meiner Traumfigur in die Schwangerschaft gegangen bin und etwas Angst vor der Gewichtszunahme habe, eine Schwangerschaft ist einfach nicht die richtige Zeit zur Flauschbekämpfung.

Auf was hattest du besonders Lust in der Schwangerschaft? Ich freue mich, wenn du es mir in einem Kommentar verrätst.

Liebe Grüße
Antonie

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