Dienstag, 12. Januar 2016

Meine Achtsamkeit

Achtsamkeit ist zu einem Modewort avanciert und zurzeit in aller Munde. Aber was genau versteht man eigentlich unter Achtsamkeit? Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Buddhismus und beschreibt den Vorgang bzw. das Streben, eine tiefere Einsicht in die Wirklichkeit zu erhalten und den Geist zu befreien. Im nicht-buddhistischen Kontext wird darunter eher ein bewusstes Verweilen im Hier und Jetzt verstanden. Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit, ein klarer Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment zuzulassen und ihnen vorurteilsfrei zu begegnen. Ich verurteile nicht, sondern beobachte nur und entscheide mich danach bewusst für eine bestimmte Handlung.

Jedem Menschen ist achtsames Verhalten angeboren - oft haben wir aber verlernt, Achtsamkeit im Alltag einzusetzen.

Jeder Mensch besitzt Achtsamkeit als natürliche, angeborene Fähigkeit. Oft haben wir aber verlernt, sie einzusetzen. Kleiner Test: Weißt du noch, wie sich heute morgen die Wassertropfen in der Dusche auf der Haus angefühlt haben? Wie der Kaffee geschmeckt hat? Nein? Das liegt daran, dass Reizüberflutung und Multitasking Teil unseres Alltags geworden sind. Wir stehen jeden Tag vor einem Berg voller Aufgaben, die möglichst schnell und effizient erledigt werden müssen. Stress und Hektik sind die Folge. Achtsamkeitstraining hilft uns dabei, den Anforderungen des Alltags gelassener entgegenzutreten. Die Betonung liegt dabei auf "Training" - ein bisschen Achtsamkeit kann jeder. Willst du wirklich achtsam sein, musst du üben, üben, üben. Durch die Praxis der Achtsamkeit soll Stress vermindert und Gelassenheit gesteigert werden. Achtsam sein bedeutet im Hier und Jetzt zu leben, den Moment bewusst wahrnehmen und weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit zu denken. Ist das nicht wirklich einen Versuch wert?

Meine Achtsamkeit

Mein Körper sagt mir in der Regel ganz genau, was er will und was er braucht. Oft habe ich aber so meine Schwierigkeiten, auf ihn zu hören. Ich habe unglaublich viele Interessen und großen Spaß daran, neue Dinge auszuprobieren. Leider hat auch mein Tag nur 24 Stunden. Ich tendiere dazu, mir einfach immer viel zu viel vorzunehmen und noch "schnell irgendetwas fertig machen" zu wollen. Die Signale meines Körpers ignoriere ich dann geflissentlich (blöd - ich weiß!) und letztendlich geht das nur auf Kosten meiner Gesundheit. Konkret bedeutet das: Wenn ich nicht achtsam mit mir und meinem Körper umgehe, dann schlafe ich zu wenig, esse zu ungesund und nehme mir zu wenig Zeit für Sport. Ich habe vor kurzem folgenden wunderbar wahres Zitat von Sebastian Kneipp gelesen: "Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages viel Zeit für die Krankheit opfern." Viele Menschen verschieben Gesundheit "auf später", auf "etwas weniger stressige Zeiten". Die Wahrheit aber ist, dass diese Zeiten wahrscheinlich nicht kommen werden und darauf zu warten, birgt die Gefahr, dass es dann zu spät ist.

Achtsam zu leben ist der Schlüssel zum Glück?

Wer sein Leben ändern will, der muss es jetzt tun. Das ist mir im letzten Jahr bewusst geworden, als ich endlich und ein für alle Mal meine Gewichtsprobleme in den Griff bekommen wollte und gemerkt habe, dass ich seit 20 Jahren diese Sache falsch angehe. Übergewicht ist meist nicht mein Problem, sondern es ist nur eine Folge der Lebensgewohnheiten. Ich habe also mein Essverhalten analysiert und war wenig überrascht, dass auch andere Auslöser als "echter" Hunger mich zum Essen bewegten. Die überflüssigen und überschüssigen Kalorien, die für meinen Flausch verantwortlich sind, verputze ich hauptsächlich bei Stress. Dann esse ich z. B. nicht mehr regelmäßig und nehme ich mir keine Zeit mehr, ordentliche und gesunde Mahlzeiten zuzubereiten. Aber damit ist Schluss, ich habe mein Essverhalten wieder in die Hand genommen. Ich möchte nur noch bei "echtem" Hunger essen und die bestmögliche Wahl für meinen Körper treffen. Meine 7 Schritte zu achtsamem Essen helfen mir dabei. Und auch sonst versuche ich, mir viel mehr Zeit für mich selbst zu nehmen, mich mehr zu bewegen und aktiv zu entspannen, um auch meinem Körper und meiner Seele etwas Gutes zu tun. Eleanor Roosevelt sagte mal: "Happiness is not a goal ... it's a by-product of a life well lived." Meiner Meinung nach gelingt es nur, ein gutes Leben zu leben, wenn man nicht mit Scheuklappen durch die Welt geht und sich vom Stress diktieren lässt, den wir uns nur allzu gerne selbst machen. Und hier kommt die Achtsamkeit ins Spiel: Ich bin überzeugt, achtsam zu leben macht auf Dauer glücklich.

Liebe Grüße
Antonie


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