Dienstag, 5. Januar 2016

Nordic Diet

Die Nordic Diet ist keine klassische Diät, sondern eine Ernährungsform, die hauptsächlich aus regionalen und möglichst naturbelassenen Lebensmittel besteht. Das Konzept kommt aus Skandinavien und hat die Mittelmeer-Diät zum Vorbild - nur dass die Nordic Diet an die geographischen Gegebenheiten und regionale Angewohnheiten im Norden angepasst ist. Der Hintergrund ist eine Kohortenstudie mit rund 57.000 normalgewichtigen Dänen zwischen 50 und 64 Jahren, die die Dänische Krebsgesellschaft  im Jahr 2011in Kopenhagen vorstellte: Teilnehmer, die sich mit viel Beeren, Kohl, Äpfeln, Birnen, Wurzelgemüse, Hafer und Roggen und Fisch eher traditionell ernährten, hatten eine um 36 % geringere Sterblichkeitsrate als Dänen, die der modernen nordischen Küche mit viel Zucker und Margarine frönen. Zwar lebten die, die naturbelassen und regional aßen auch allgemein gesünder, sodass sich das bessere Abschneiden der nordischen Ernährung auch teilweise durch den günstigeren Lebensstil erklären lässt. Aber eben nicht nur...

Die Nordic Diet setzt auf frische und regionale Lebensmittel

Rapsöl statt Olivenöl, Äpfel statt Orangen

Die Mittelmeer-Diät auf skandinavisch sieht folgendermaßen aus: statt Olivenöl wird Rapsöl verwendet, statt Fruchtgemüse (wie Tomaten und Paprika) Kohl- und Wurzelgemüse (wie Grünkohl und Möhren), Äpfel und Birnen statt Mandarinen und Orangen. Es stehen Beeren, Kohlsorten, Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte, frische Kräuter, Kartoffeln, Wildkräuter, Pilze, Vollkorn, Nüsse, Fisch, Muscheln, Algen, fettarme Milchprodukte, Eier und Fleisch (in Maßen) auf dem Speiseplan. Bei Lust auf Brot sind Sorten aus Roggenvollkorn die beste Wahl. Kalorienzählen ist unnötig, im Vordergrund stehen der Genuss und die Qualität der Lebensmittel. Die Lebensmittel, die in Skandinavien wachsten, ähneln stark den regionalen deutschen Lebensmitteln. In der Nordic Diet 2.0 hat die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm die skandinavische Variante ins Deutsche übersetzt: Es stehen nun Raps, Kohl, Möhren sowie Äpfel und Kirschen noch mehr im Vordergrund.

Die drei Grundsätze der Nordic Diet 2.0

1. Vorwiegend pflanzliche Produkte essen
  • gute Ausnahmen: Fisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele, Karpfen, Wels, Forelle)
  • wenn Fleisch (gerne Wild) dann qualitativ hochwertig (Bio aus Freilandhaltung, das mehr Omega-3-Fettsäuren durch den hohen/ausschließlichen Grünfutteranteil enthält), keine Wurst
  • auf Zucker und Weißmehl verzichten, wenn Brot dann Roggenvollkorn
  • fettarme, naturbelassene Milchprodukte sind erlaubt
2. Vorwiegend ursprüngliche Lebensmittel essen
  • Lebensmittel schonend zubereiten
  • Obst und Gemüse am besten frisch verzehren
3. Das richtige Fett benutzen
  • Rapsöl (reich an gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Omega-3 und Omega-6)
  • Margarine statt Butter



Fazit

Ich persönlich finde das grundsätzliche Konzept der Nordic Diet großartig. Sie basiert auf einer traditionellen vollwertigen und abwechslungsreichen Ernährung, die viele gewohnte Elemente enthält, sodass man nicht seine Ernährung komplett umkrempeln muss - was in der Regel hilft, dranzubleiben. Als pflanzenbasierte Ernährungsweise eignet sie sich auch super für Vegetarier und Veganer. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass regionale und frische Lebensmittel im optimalen Reifezustand geerntet werden und somit noch alle wichtigen und gesunden Nährstoffe enthalten. Außerdem freuen sich die persönliche Ökobilanz und die regionale Wirtschaft. Die Nordic Diet 100 % durchzuziehen und auf gewohnte alltägliche nicht regionale Lebensmittel zu verzichten (bei mir wären es z. B. Bananen, Orangen und Avocados), kann schwer werden. Allerdings sind wie bei jedem guten Ernährungskonzept auch mal Ausnahmen erlaubt ;-).

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