Dienstag, 5. Januar 2016

The Fast Diet - Das Original (2014)

The fast diet - Das Original
Das Buch habe ich mir sofort gekauft, nachdem ich die BBC-Doku "Eat, Fast and Live Longer" von Michael Mosley gesehen hatte. Darin stellt er am Ende die Fast Diet vor, die er aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Fasten entwickelt hat. Das Konzept ist einfach: an 2 (nicht unbedingt aufeinanderfolgenden) Tagen nehmen Frauen maximal 500 kcal und Männer maximal 600 kcal zu sich - optimalerweise in Form von magerem Protein und Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index. An den restlichen 5 Tagen darf alles gegessen und getrunken werden, auch Fast Food, Kuchen und Alkohol sind erlaubt. Hört sich nicht wirklich an wie eine Diät, oder?
Der Mensch fastet seit Urzeiten und ist evolutionsbedingt darauf ausgelegt, Phasen der Nahrungsknappheit zu überstehen. Fasten ist fester Bestandteil der meisten großen Religionen. Fasten ist nichts Neues, das Konzept des intermittierenden Fastens entdeckt die Wissenschaft aber gerade erst für sich und Mosley und Mimi Spencer, Mitautorin des Buchs, sehen darin großes Potenzial. Die meisten (Reduktions-) Diäten rauben dem Leben durch Verzicht und Dauerverbote die angenehmen Aspekte. Bei der Fast Diet ist alles erlaubt, nur eben nicht jederzeit.

Die Abnahme ist nur ein positiver Nebeneffekt

Die Vorteile der 5:2-Diät liegen auf der Hand: Es gibt keine Dauerverbote, keine komplizierten Regeln und die Abnahme ist nur eine positive Begleiterscheinung. Der wirkliche Gewinn des Intervallfastens scheinen die potenziellen langfristigen Effekte für die Gesundheit zu sein: Das Risiko für Herzerkrankungen, Krebs, Schlaganfall, Alzheimer oder Diabetes scheint durch das Intervallfasten zu sinken - humane Langzeitstudien stehen allerdings noch aus! Fasten ist anfangs hart, wird aber mit der Zeit leichter und zur Gewohnheit - sagen die Anhänger. Auch mögliche (anfängliche) Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Gereiztheit verschwinden in der Regel.

Wissenschaftliche Fakten und interessante Studien

Das Buch ist voller interessanter wissenschaftlicher Fakten, die leserfreundlich verpackt sind (inklusive Quellenangabe, was leider nicht gerade selbstverständlich ist). Sehr spannend fand ich bspw. die zitierte Studie auf S. 45, in der 2 Gruppen Mäuse exakt dieselbe Futtermenge bekamen, die eine Gruppe aber fressen durfte, wann sie wollte und die andere ihr Futter innerhalb von 8 Stunden verzehren mussten und die restlichen 16 h des Tages fasteten. Die Mäuse, die den ganzen Tag von ihrem Futter naschen konnten, hatten hohe Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie Leberschäden während die Fasten-Mäuse insgesamt 28% weniger zunahmen und weniger chronische Entzündungen aufwiesen, was auf ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen, Krebs, Schlaganfall und Alzheimer hindeutet. Die Erklärung der Wissenschaftler: In der Zeit, in der der Insulinspiegel erhöht ist, befindet sich der Körper im Fettspeichermodus. Erst einige Stunden des Fastens lässt den Körper die Fettspeicherung abschalten und die Fettverbrennung aktivieren.

Praxistipps, Speisepläne und Kalorientabellen

Das Buch beinhaltet viele Praxistipps, zeigt Unterschiede auf, wie Frauen und Männer fasten, gibt ein Dutzend Wege zum Erfolg an und widmet sich in einem Kapitel ausführlich den Fragen und Antworten zum Fasten. Es gibt zudem 10-tägige Speisepläne für 500 und 600 kcal pro Tag, die optisch aber nicht besonders ansprechend sind (es fehlen Bilder) und sie sind auf Mosleys Essensrhythmus an den Fastentagen ausgelegt (Frühstück und Abendessen). Ich dagegen habe für mich festgestellt, dass ich besser ohne Frühstück in den Fastentag starte, da mich sonst den ganzen Tag der Hunger plagt. Die Fallstudien am Ende des Buchs sind größtenteils interessant, aber teilweise etwas lächerlich ("ich mache die 5:2-Diät seit 2 Wochen"). Ganz hilfreich sind jedoch die Kalorientabellen im Anhang, wobei ich mehr der Kalorien-App-Typ bin.

Fazit

Das Buch verspricht: "Eine Diät, wie sie sich jeder wünscht, der abnehmen möchte: simpel, fundiert, effektiv und gesund." Ich würde das so unterschreiben, wenngleich ich noch auf die Langzeitstudien gespannt bin. Für mich ist der große Vorteil, dass ich alles essen darf, was ich möchte und es keine Verbote gibt. Man muss allenfalls noch ein Weilchen warten, bis ich meinen Gelüsten nachgeben darf. Das motiviert ungemein und gleichzeitig sind viele Lebensmittel dadurch gar nicht mehr interessant (weil nicht verboten). Die Autoren raten aber dringend davon ab, sich vollzustopfen oder Versäumtes nachzuholen. Ich habe aber - wie auch im Buch beschrieben - eher die Erfahrung gemacht, dass ich am Tag nach dem Fasten viel bewusster und dadurch weniger esse als normal. Die Fastentage selbst sind hart, aber ich finde es einfacher auf etwas ganz zu verzichten als nur ein bisschen zu haben (ich esse z.B. lieber keine Schokolade als nur ein Stückchen). Wem das nicht so geht, für den ist möglicherweise Fasten nichts und eine Reduktionsdiät das Richtige. Aber auch hier gilt: Probieren geht über Studieren!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...